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Zweimal Geschichte

Das erste moderne Hospiz war St. Christopher’s in London, das 1967 eröffnet wurde. Cicely Saunders, eine englische Schwester, Sozialarbeiterin und Ärztin, erkannte, dass die Sterbenden in den Krankenhäusern vernachlässigt wurden und gründete mit Spendengeldern diese Einrichtung. 

Die erste Palliativstation 
Über die USA und Kanada kam die Idee der „Palliative Care“ (lat. palliare = mit einem Mantel umhüllen) mit einiger Verzögerung nach Europa. In Deutschland wurde 1983 an der Universitätsklinik Köln die erste medizi­nische ­Palliativstation gegründet. Gleichzeitig entstanden die ersten Hospize außerhalb von Krankenhäusern. Diese Zweiteilung zwischen eher medizinisch fokussierten Palliativstationen und eher von professioneller Pflege und Fürsorge bestimmten Hospizen wurde zunehmend überwunden. Heute kooperieren die multiprofessionellen Teams auf beiden Seiten.

Das Ziel von „Palliative Care“ 
Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation ist das Ziel von ­„Palliative Care“ die ganzheitliche Betreuung von Patienten mit einer voranschreitenden Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung, wenn keine Heilung mehr möglich ist. Neben der Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen wie Atemnot, Übelkeit oder Angstzuständen be­sitzen psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse am Lebensende höchste Priorität.

Die Gründung des CHV in München 
Der Christophorus Hospiz ­Verein in München wurde im Sommer 1985 gegründet. Aus bescheidenen ­Anfängen, viel ehrenamtlicher Arbeit und mit dem Geld von Spendern entwickelte sich aus der deutschlandweit ersten Initiative dieser Art einer der renommiertesten Hospizvereine, der inzwischen über ein stationäres ­Hospiz, mehrere ambulante Dienste und ein umfangreiches ­Bildungskonzept verfügt. Er wird von 150 ehrenamtlichen Hospizhelfern unterstützt.

Weiterbildung und interdisziplinäre Zusammenarbeit 
1999 gründete der CHV eine der ersten Weiterbildungs­einrichtungen für Palliativ- und Hospizpflege, die Christophorus Akademie. Mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe, des bayerischen Sozialministeriums und der Ludwig-Maximilians-Universität wurde sie 2004 in das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin am Klinikum Großhadern überführt. Außer mit dieser Uniklinik arbeitet der CHV mit dem Städtischen Klinikum München, dem Caritasverband der Erzdiözese München und Freising sowie vielen sozialen Einrichtungen zusammen.