A : Die Vorbereitung
der Hospizhelfer und Hospizhelferinnen
Im Mai 2001 hat die Mitgliederversammlung des Bayerischen Hospizverbandes
e. V. Standards für die Vorbereitung zur Hospizhelferin, zum
Hospizhelfer verbindlich verabschiedet. Die Vorbereitung der Hospizhelfer
und Hospizhelferinnen im Christophorus Hospiz Verein e.V. entspricht
diesen Standards.
Die Hospizhelfervorbereitung soll vier konstituierende Elemente
enthalten:
- Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer
- Grundlegende Informationen über das Hospizkonzept und
die Lebensbedürfnisse sterbender Menschen
- Vermittlung von Kompetenz in der Begleitung sterbender Menschen
und ihrer Angehörigen: Handlungskompetenz, die auf Achtsamkeit
und Aufmerksamkeit beruht sowie auf der Bereitschaft, eigene Erfahrungen
und Überzeugungen zurück zu nehmen
- Sammlung von praktischen Erfahrungen im Umgang mit schwerkranken
und sterbenden Menschen in ambulanten oder stationären Einrichtungen
Die Vorbereitung gliedert sich in:
1. Grundseminar
2. Auswahlgespräch
3. Aufbauseminar (früher: Vorbereitungsseminar)
4. Kleine Vortragsreihe
1. Das Grundseminar
„Die Hospizidee und der Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“
Dieses Seminar ist offen für alle Interessierten.
Die Teilnahme ist Voraussetzung für die Teilnahme am Aufbauseminar
für zukünftige Hospizhelfer und Hospizhelferinnen.
Ziel:
Einführung und Reflexionsmöglichkeiten zur Thematik Sterben,
Tod und Trauer
Informationen zum Hospizkonzept
Dauer und Form:
6 Seminarabende oder ein Wochenende
Inhalte:
Die Hospizidee und ihre Umsetzungsmöglichkeiten
Bericht aus der ambulanten und stationären Hospizarbeit
Die eigene Haltung zu Sterben, Tod und Trauer
Kommunikation mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen
Erwartungen an die Seelsorge
Medizinische und pflegerische Aspekte in Hospiz- und Palliativbetreuung
Die Arbeit der ehrenamtlich tätigen HospizhelferInnen
Soziale Arbeit und körpertherapeutische Möglichkeiten
in der Begleitung Sterbender
Was ist Trauer? Was kann Trost sein?
Abschied und Abschiedsrituale
Die Seminargebühren für die Grundseminare:
6 Abende - Seminar € 60.- Mitglieder des CHV € 50.-
Wochenendseminar Frühjahr € 155.-* Mitglieder des CHV
€ 135.-*
Wochenendseminar Herbst € 147,-* Mitglieder des CHV €
127,-*
* Im Preis enthalten sind die Kosten für Übernachtung
und Verpflegung.
Die Unterschiede beruhen auf unterschiedlichen Übernachtungskosten
der Bildungshäuser.
2. Das Auswahlgespräch
Interessenten für das Aufbauseminar werden vor Beginn dieses
Seminars zu einem Auswahlgespräch mit der Seminarleitung eingeladen.
Sie erhalten Informationen über Ablauf, Inhalte und Methoden
des Vorbereitungsseminars. Ein weiterer Aspekt dieses Gesprächs
ist die Betrachtung der persönlichen Lebenssituation im Hinblick
auf die Anforderungen, die das Seminar an alle Beteiligten stellt.
Notwendig sind:
- eine stabile Lebenssituation
- psychische Belastbarkeit
- frei verfügbare Zeit
- die Bereitschaft zur Verbindlichkeit.
Zwischen dem letzten schwerwiegenden Verlustereignis (z.B. Todesfall,
Scheidung…) und dem Aufbauseminar wird eine Wartefrist von
ein bis zwei Jahren empfohlen, damit die persönliche Trauer
genügend Raum und Zeit hat.
3. Das Aufbauseminar für zukünftige Hospizhelfer und Hospizhelferinnen
Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Aufbauseminar sind:
- die Teilnahme am Grundseminar
- das Auswahlgespräch
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit stehen die Patienten, die
Angehörigen, deren Bedürfnisse und Nöte sowie unsere
Möglichkeiten, sie unterstützend zu begleiten. Das Aufbauseminar
ist keine psychotherapeutische Selbsterfahrungsgruppe. Dies bedeutet,
dass das Seminar nicht die Lösung persönlicher Probleme
zum Ziel hat.
Die Teilnahme am Aufbauseminar schließt weder für den
Verein noch für die BewerberInnen eine Verpflichtung zur späteren
ehrenamtlichen Hospizhelfertätigkeit ein; sie will jedoch dazu
ermutigen und unterstützt die Entscheidungsfindung.
Ziel:
Informationen zur Hospiz- und Palliativbetreuung
Befähigung zur Begleitung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen
(Vermittlung von spezifischen Kompetenzen und Erfahrungen)
Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen, Vorstellungen und Haltungen
im Bereich Sterben Tod und Trauer
Dauer und Form:
Ein Aufbauseminar umfasst in der Regel - drei Wochenenden
- 10 Nachmittags- oder Abendeinheiten von jeweils 2,5 Stunden.
- ein Praktikum in einem Alten- und Pflegeheim im Umfang von 10
Besuchen.
Inhalte:
- Das Hospizkonzept der Sterbebegleitung
- Bedürfnisse und Nöte von Angehörigen
- Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen im Bereich
Sterben, Tod und Trauer
- Reflexion der eigenen Haltung
- Reflexion persönlicher Motivation, Belastbarkeit und Grenzen
- Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit
- Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Einüben verbaler und nonverbaler Kommunikationsmöglichkeiten
- Trauerwege und hilfreiche Trauerbegleitung
- Religiöse Lehren, Rituale, Bilder und ethische Aspekte
- Rechtliche und organisatorische Fragen zum Hospizhelfereinsatz
- Einübung einfacher Hilfestellungen in der Betreuung schwerkranker
Menschen
- Erfahrung im Umgang mit körperlich und / oder psychisch
hilfsbedürftigen Menschen
Kosten:
Seminargebühren für das Aufbauseminar € 175.-
Mitglieder des CHV zahlen € 150.-
+ 15 € für die 3 Vortragsabende
4. Die Vortragsreihe zu Testament,
Bestattung und Patientenverfügung
Gemäß den Mindeststandards sind die Inhalte dieser Vortragsreihe
notwendiger Bestandteil der Hospizhelfervorbereitung.
Ziel:
Vermittlung von Grundlagenwissen
Reflexion eigener Werte
Dauer und Form:
Drei Abendveranstaltungen mit Vortrag und Gespräch
Inhalte:
Information zu ethischen, rechtlichen und organisatorischen Fragen
Kosten:
Die Vortragsreihe kostet € 5.00 pro Abend
für Mitglieder des CHV € 2.50 pro Abend
B : Aufnahme in den aktiven Dienst, Supervision und Fortbildungen
1. Aufnahme in den aktiven Dienst als HospizhelferIn
Nach Abschluss des Aufbauseminars melden sich die TeilnehmerInnen,
die ehrenamtlich in der Patientenbetreuung aktiv werden wollen,
im Ambulanten Hospiz- und Palliativ- Beratungsdienst des CHV. Im
Rahmen eines Aufnahmegesprächs werden mit der dortigen Einsatzleitung
(HospizsozialarbeiterInnen) die Möglichkeit und die Rahmenbedingungen
einer Mitarbeit geklärt. Eine schriftliche Vereinbarung hält
die wichtigsten Punkte fest und ist Grundlage wechselseitiger Verbindlichkeit.
HospizhelferInnen erklären sich bereit, im Auftrag des Vereins
ehrenamtlich schwerstkranke, sterbende Menschen zu begleiten und/oder
deren Angehörige zu unterstützen. Der Einsatz beträgt
in der Regel 2 bis 4 Stunden pro Woche und erfolgt nach Absprache
entweder im privaten Zuhause der Betroffenen, im stationären
Hospiz, auf einer Palliativstation oder in einem Altenpflegeheim.
HospizhelferInnen sind während ihrer Tätigkeit über
den CHV versichert, anfallende Fahrtkosten werden erstattet.
2. Zusammenarbeit im „Team“
Der ehrenamtliche Einsatz ist eingebunden in die Bemühungen
eines ganzen Netzwerks von Unterstützungsleistungen für
die Patienten und ihre Angehörigen. Er setzt daher die Verbindlichkeit
von Absprachen und die Fähigkeit zur „Teamarbeit“
voraus. Insbesondere dem Kontakt mit der jeweiligen Einsatzleitung
kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die Dokumentation der Einsätze
dient der Auswertung und Weiterentwicklung unserer Arbeit als Hospiz-
und Palliativdienst.
3. Supervision und Fortbildung
Neben dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit der Einsatzleitung
stellt die verbindliche Zugehörigkeit zu einer Supervisionsgruppe
(Treffen i.d.R. alle 3 Wochen) einen wichtigen Baustein der Begleitung
der aktiven HospizhelferIinnen dar. Daneben bieten zahlreiche Fortbildungsangebote
und der jährliche Hospizhelfertag Gelegenheit, sich mit verschiedenen
Fragestellungen eingehender zu befassen und sich auch untereinander
besser kennen zu lernen. Supervision und Fortbildung sind kostenfrei.
Christophorus Hospiz Verein e.V.
Effnerstrasse 93
81925 München
Tel. 089/13 07 87-0
Fax 089/13 07 87-13
Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Frau Lanzinger
lanzinger@chv.org
Tel.:089/13 07 87-34
Fax 089/13 07 87-33
gerne zur Verfügung.
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