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"Und die Welt steht still ... Letzte Lieder und Geschichten von Menschen in der letzten Lebensphase"

In der Lukaskirche im Münchner Lehel stand die Welt erneut still, als am Donnerstag, den 31. Oktober 2019 zum zweiten Mal in München Lebens- und Lieblingslieder und die dazugehörigen Geschichten von Menschen an ihrem Lebensende erklangen.

„Wir können von Sterbenden fürs Leben lernen“, mit diesen Worten eröffnete Leonhard Wagner, Vorstandsvorsitzender des Christophorus Hospiz Vereins e.V. München (CHV), die Abendaufführung der Letzten Lieder in der St. Lukas Kirche in München. Was damit gemeint war, konnten die mehr als 1700 Besucher, die der Einladung des Vereins gefolgt waren, in den beiden fast dreistündigen Konzertveranstaltungen erleben.

Um der Frage nach den wichtigsten Geschichten und Liedern nachzugehen, hatte der Künstler und Autor Stefan Weiller vorab viele Sterbende zu Hause oder im Hospiz besucht und ihre Geschichten aufgeschrieben. Die vielfältige Geschichtensammlung, die an diesem Abend von Marianne Sägebrecht und Christoph Maria Herbst brillant vorgetragen wurden, ließ die Konzertbesucher in die teils scheinbar widersprüchliche Gedankenwelt der Menschen an ihrem Lebensende eintauchen: ihre Träume und Ängste, ihre Schmerzen und Trauer, ihre Lust am Leben und Heiterkeit, ihre Lebensweisheiten und Dankbarkeit.

Genauso vielfältig wie die Geschichten war die Musik, die die Menschen als die Lieder ihres Lebens gewählt hatten. Bunt wie das Leben war die musikalische Palette, die dem Publikum durch hochkarätige Sänger*innen, Musiker*innen und dem großartigen Lukas-Chor München unter Leitung von Kantor Tobias Frank präsentiert wurde. Sie reichte von Volks- und Blasmusik, über Klassiker der 70er und 80er Jahre sowie Rockmusik und Operettenmelodien bis hin zu 60 Sekunden einfach nur Stille. Besonders berührend wurde das Stück „Lippen schweigen“ aus „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár und „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer von den professionellen Sängerinnen und Sängern interpretiert und anschließend mit starkem Beifall belohnt.

Es war spürbar, dass die letzte Lebensphase nicht nur mit Leid verbunden sein muss, sondern auch heitere, schöne und unerwartete Momente bereithalten kann. Dem Christophorus Hospiz Verein war es ein großes Anliegen, viele Menschen an diesem Abend mit dem Hospizthema in Berührung zu bringen. Dies scheint gelungen zu sein: Die Reaktionen auf die Letzten Lieder in München waren überwältigend.

Foto: Mario Fichtner www.fotomarf.com

Nur durch das Engagement vieler dem CHV verbundenen Menschen ist dieses Projekt möglich geworden. Wir bedanken uns herzlich:

  • bei allen Spendern, Stiftungen und Institutionen für ihre finanzielle Förderung,
  • bei der Kirchengemeinde St. Lukas, die uns ihre Kirche geöffnet hat,
  • beim St. Lukas-Chor und seiner Leitung für das ehrenamtliche und professionelle Mitwirken,
  • bei den Künstlern und Dienstleistern, die sich für dieses Projekt – teilweise ehrenamtlich oder zumindest für ein geringeres als am Markt übliches Honorar – engagiert haben.


Ein besonderes Dankeschön geht an die Schauspielerin und Patin des CHV Marianne Sägebrecht und den Schauspieler Christoph Maria Herbst, die beide diesen Abend ehrenamtlich mitgestaltet haben und an unsere vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne die die Realisierung des Projekts nicht möglich gewesen wäre.

Foto: Mario Fichtner www.fotomarf.com